Hans Lebrecht Autobiografie
Mit einem Vorwort von Norman Paech.
Hardcover, 456 Seiten
Erscheinungstermin: Juni 2026
Hans Lebrecht, geboren am 8. November 1915 in eine wohlhabende jüdische Unternehmerfamilie in Ulm, stieß während seiner Ausbildung zum Maschinenschlosser zum kommunistischen Widerstand. Diese Ausbildung hatte er begonnen, weil er ab dem Jahr 1935 das Gymnasium nicht mehr besuchen durfte. Als Anleiter einer Jugendgruppe der zionistischen Jugendemigration (»Aliyat-Hanoar«) reiste er 1937 nach Palästina. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete er als Sekretär im »Kibbuz Vorbereitung« (»Kibbuz Hachscharah«), wo auf einem Bauernhof nahe der Grenze zu Österreich und der Schweiz Jugendliche, die nach Palästina auswandern wollten, eine landwirtschaftliche Ausbildung erhielten. Von dort aus half er Verfolgten – einige wollten sich den Internationalen Brigaden in Spanien anschließen – über die Grenze zu kommen. Mit Haftbefehl gesucht, floh er mit Hilfe seiner Familie erneut nach Palästina. Dort war er zunächst Mitglied der palästinensischen KP, später, nach der Staatsgründung Israels, der israelischen KP.
Lebrecht arbeitete als Journalist und saß zweimal im Gefängnis: 1940 im britischen Zentralgefängnis in Palästina als Mitglied der palästinensischen KP, 1978 in Israel unter der Anschuldigung, ein Spion der PLO zu sein. Er setzte sich zeit seines Lebens als Friedensaktivist für ein Zusammenleben von Juden und Arabern in Palästina und für eine Zweistaatenlösung ein und war Vorsitzender des Verbandes der Antifaschisten und Opfer des Faschismus in Israel sowie zeitweise Vizepräsident der Internationale der Widerstandskämpfer F.I.R.
Hans Lebrecht starb am 24. September 2014 im Kibbuz Beit Oren in Israel. In der Galerie der abseitigen Künste erscheint nun die umfassende Biografie über sein Leben und Wirken. Sie zeichnet erstmals den gesamten Lebensweg dieses Friedensaktivisten und Kommunisten nach. Teile des Bandes waren bereits 2007 unter dem Titel »Gekrümmte Wege, doch ein Ziel« im Ulmer Verlag Klemm & Oelschläger veröffentlicht worden; die neue Ausgabe führt diese Fragmente zu einem vollständigen Porträt zusammen.