Es gibt keine unglückliche Revolution
Ausgabe: Softcover
306 Seiten
Erscheint: November 2026
»Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt«, schreiben Marx und Engels in Die deutsche Ideologie.
Ein Jahrhundert nach der Oktoberrevolution greift Marcello Tarì diesen Gedanken auf, um die ursprüngliche Kraft des marxschen Kommunismusbegriffs wieder freizulegen: Jene »wirkliche Bewegung« fasst Tarì als Ent-setzung, als Destitution.
Die entscheidende Frage ist dabei nicht, wie sich eine neue gesellschaftliche Ordnung konstituieren lässt, sondern wie die bestehende Gegenwart destituiert werden kann. Eine Gegenwart, die einem »Eiswürfel gleicht, in dem die Vergangenheit eingeschlossen ist, die nicht vergeht, und die Zukunft, die nicht kommt«.
Eine Antwort auf diese Frage verlangt, die Tradition der revolutionären Bewegungen des vergangenen Jahrhunderts radikal neu zu denken. Der Bürgerkrieg und die Liebe, die bolschewistische Architektur der zwanziger Jahre und die militante Spiritualität, das Revolutionärwerden und der Alltag, die Einsamkeit und das Fest, das Glück und die Abwesenheit von Hoffnung – dies sind die gedanklichen Wege, denen dieses Buch folgt.
Marcello Tarì ist unabhängiger Forscher. In den vergangenen Jahren lebte er abwechselnd in Frankreich und Italien. Er ist Autor zahlreicher Essays und Bücher auf Französisch und Italienisch, darunter Il ghiaccio era sottile: Per una storia dell’autonomia (»Das Eis war dünn. Zur Geschichte der Autonomie«, DeriveApprodi, 2012). Es gibt keine unglückliche Revolution ist sein erstes Buch auf Deutsch.